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Horrorspiele in Streams

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Schock und Horror kommen nie aus der Mode. Das zeigt sich nicht zuletzt am Kinoprogramm, wo gerade zum Jahresende eine Reihe Horrorfilme ihre Premiere haben oder wieder aufgelegt werden. Von „Halloween Kills“ bis „The Conjuring 3: Im Bann des Teufels“ und „Saw 9: Spiral“ reichen die Neuerscheinungen in diesem Herbst.

Mindestens genauso beliebt ist das Genre aber auch bei den Gamern, die nicht nur selbst an der Konsole oder auf dem Handy gegen Killer, Dämonen und andere finstere Kräfte kämpfen können, sondern zudem auf immer mehr Streamingkanälen erfahrenen Spielern zugucken, sich Tipps holen und vor allem eine Community finden können. Dabei sind viele Streamingstars flexibel, wenn es darum geht, was sie mit ihren Fans teilen. Das gilt auch für den deutschen Twitch-Überflieger Knossi. Der ehemalige Poker-Profi, der bei seinen Casino-Streams unter anderem auch die Frage beantwortet hat „wie spielt man Poker?“, hat zwischendurch zu einem mehrtägigen Horrorcamp mit anderen Fans des Genres eingeladen. Zudem veranstaltet er Talkshows auf seinem Kanal und hat sogar zwei Pop-Videos veröffentlicht.

Andere Streamer haben sich hingegen ganz dem Horror verschrieben, wobei vor allem die „Resident Evil“-Games eine stetig wachsende Fangemeinde besitzen.

Die jüngste Ausgabe, „Resident Evil 7“ ist dabei eine Rückkehr zum bewährten Survival-Horror aus den Anfängen der Spiele. Statt sich wie in den vergangenen Jahren nur mit Zombies herumzuschlagen, findet der Zocker sich in der Rolle von Protagonist Ethan auf der Suche nach seiner verschollenen Ehefrau. Dabei landet er in den amerikanischen Südstaaten im Haus einer mörderischen Familie. Um hier zu überleben, muss ein übernatürliches Geheimnis gelüftet werden. Doch um es bis dahin zu schaffen, muss der Spieler etliche Kontrahenten töten, und Munition ist knapp und nur an wenigen Orten zu speichern.

Der hautnahe Effekt durch die Ego-Perspektive wie in dem neuen Spiel, Dritte-Person-Shooter, und der Gruselfaktor haben die aus Japan stammende „Resident Evil“-Serie und ihre zahlreichen Spin-Offs seit 1996 zum Superhit werden lassen. Entsprechend groß ist das Angebot an Twitch-Kanälen und das Interesse der Fans, die regelmäßig Spiele und Live-Kommentare dazu verfolgen. Die meisten davon sind auf englischer Sprache, wobei PatStaresAt zu den erfolgreichsten Streamern gehört, die sich in erster Linie „Resident Evil“ verschrieben haben. Dabei wendet er sein Augenmerk immer wieder auch den älteren Games aus der Reihe zu, so dass viele Fans hier ständig etwas für sie Neues entdecken können.

Geschwindigkeit zum Überleben ist alles für den Speedrunner Orchlon, der auf seinem „Resident Evil“-Kanal live demonstriert, wie er an seinem Tempo arbeitet, um die vielen Gefahren zu überleben und sich den Weg in die Sicherheit frei zu kämpfen. Zahlreiche Follower nutzen regelmäßig seine Lektionen, um sich zu unterhalten und zugleich an ihrer eigenen Überlebensstrategie zu feilen.

Außer „Resident Evil“ kommen noch viele andere erfolgreiche Horrorspiele aus dem Land der aufgehenden Sonne. Der japanische YouTuber und Switch-Star kanae_2434 streamt regelmäßig eine Bandbreite an japanischem Horror, von „Apex Legends“ und „Genshin Impact“ bis hin zu Indie Flash-Games wie „The House“ und größeren Spielen wie „Man of Medan“. Weil nichts so sehr die reinen Emotionen anspricht wie Horror, wirken die Games und kanaes Streams trotz Sprachbarriere. Manchmal sind die Reaktionen alles, was benötigt wird, um Horror zu erleben.

Dabei haben sich inzwischen die Streaming-Plattformen als ein wichtiger Aspekt entpuppt, der bei neuen Spielen zwischen Erfolg und unter ferner liefen entscheidet. Dazu gehört das Horror-Koop-Abenteuer „Phasmophobia“. Dabei gehen bis zu vier Spieler auf Geisterjagd. Die Zocker können mit den Geistern reden und versuchen, sie zu kategorisieren. Doch wehe dem, der die Gespenster wütend macht … Das im September 2020 erschienene „Phasmophobia“ wurde dank Twitch und YouTube schnell so bekannt, dass der Indie-Produzent von dem Erfolg selbst überrascht wurde und sich rasch überlegen musste, wie es mit dem Spiel weitergehen soll.

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Auch der Indie-Horror „Amnesia: The Dark Descent“ hat einen beachtlichen Teil seines Erfolgs den Video-Plattformen zu verdanken. Der Zocker ist darin als Protagonist mit Gedächtnisverlust in einem unheimlichen Schloss zu finden. Lediglich eine Notiz ist geblieben, die vor dem Einsetzen der Amnesie geschrieben wurde. Um den Weg aus dem immer finster werdenderen Schloss und seinen zufallenden Türen zu entkommen, gilt es, die wenigen Streichhözer klug zu verwenden und die eigenen Ängste zu überwinden. Denn steigende Panik trübt die Sicht des Spielers, zehrt an seiner mentalen Kraft und erschwert die Flucht. Die ureigensten Ängste als Gegner haben das Spiel seit seinem Erscheinen zum durchschlagenden Erfolg gemacht, wozu der Mod-Support ebenfalls einiges beigetragen hat.

Brandneu ist das im Oktober 2021 herausgekommene „Back 4 Blood“. Als Koop-Shooter mit bis zu vier Spielern, die unter acht Helden mit individuellen Waffen, Ausrüstung und Fähigkeiten wählen können, geht es um die alles entscheidende Schlacht gegen Zombies. Doch die Gegner lernen im Laufe des Kampfes dazu, so dass Teamwork und Taktik gefordert sind, damit die Menschheit überhaupt eine Überlebenschance besitzt.

„Remothered: Broken Porcelain“ ist seit einem Jahr auf dem Markt. In dem Survival-Horrorspiel, das nur lose an seinen Vorgänger anknüpft, steuert der Spieler das Hausmädchen Jennifer in einer abgelegenen Pension. Jennifer hat ein grausiges Geheimnis aufgedeckt und wird jetzt in einem tödlichen Katz- und Maus-Spiel verfolgt.

Es gibt fast kein Horrorspiel mehr, dem nicht irgendein Kanal auf einer Streamingplattform gewidmet ist. Das bedeutet auch, dass sich beim ziellosen Browsen so manches Meisterwerk entdecken lässt, von dem der Spieler vorher nichts ahnte. Zwar gibt es Zocker, deren Treue nichts ins Wanken bringen kann, aber die meisten Fans sind nur zu froh, wenn sie wieder etwas entdecken, was auf neue Art Schock und Horror liefert, und wenn es nur eine abgewandelte Geschichte in einer altbekannten Welt ist. Nicht umsonst besitzt das Horrorgenre jede Menge Klassiker.