Start Allgemein “The Irishiman” – eine gloriose Saga eines Serienmörders

“The Irishiman” – eine gloriose Saga eines Serienmörders

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Wenn Sie drei Stunden Zeit haben, ist dieser Film von Robert De Niro, Joe Pesci und Al Pacino die Zeit wirklich wert. Für den Regisseur Martin Scorsese ist The Irishman indes eine Rückkehr in die dunkle Unterwelt. Man ist sogar versucht zu sagen, dass man sich über die Spiellänge des Films beschweren sollte. Der Film ist eindeutig zu kurz ausgefallen – bei einem Film, der 209 Minuten dauert, sagt man sowas nicht alle Tage. Doch in diesem Fall hätten es auch ruhig eine Stunde oder gar zwei mehr sein dürfen und es würde sich niemand beschweren.

Vielleicht bleibt so ja mehr Zeit für Slot Spiele, aber ich hätte gerne noch ein wenig mehr von dieser blutigen, spannenden, brutalen und vor allem in tiefste Details erzählten Geschichte erfahren. Während Scorsese eine perfekte Szene nach der anderen präsentiert, geht die Zeit vorbei wie im Fluge. Dabei hilft es natürlich, dass Scorsese auf drei absolute Legenden zählen kann: Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci. Gäbe es einen Mount Rushmore für Filmlegenden, wären diese drei zumindest einmal gesetzt. Wer für den vierten Kopf in Frage kommen könnte, können wir aber ruhig zu einem anderen Zeitpunkt im Detail diskutieren.

The Irishiman – blutig, brutal, fesselnd

Wie schon in früheren Filmen wie “Casino” oder “Goodfellas” bezieht sich Scorsese auf ein Buch. “I heard you paint houses” von Charles Brandt bildet die Basis für diesen Film. Die Farbe, die bei “The Irishman” verwendet wird ist rot, rot wie das Blut. Ganz metaphorisch wird auch erwähnt, wie der Hauptdarsteller sein Handwerk selbst ausführt – er fühlt sich mit seiner eigenen Hand am Abzug am wohlsten. Frank Sheeran (Robert de Niro) ist ein Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg, der handwerklich tätig war. Sheeran brachte 1975 allerdings auch den Teamster-Boss Jimmy Hoffa um. Zumindest in Brandts Buch wird diese Geschichte so erklärt.

The Irishiman – Ein blutiger Roadtrip

Scorseses wortwörtlich roter Faden im Film wird durch eine Reise von Philadelphia nach Detroit gebildet. Frank hat seinen Mentor Russell Bufalino (Joe Pasci) mit dabei und auf der Rückbank sitzen die beiden Partnerinnen. Zum Ende des Films hin erzählt Frank einem Priester von seinen Gräueltaten, verspürt innerlich aber noch immer keine Reue. “The Irishman” zeigt, was in einem der übelsten Gangster des 20. Jahrhunderts vorgeht und wie dieser mit seinen Machenschaften umzugehen pflegt. Es handelt sich dabei um den wohl besten Film dieses Jahres. Selbst den Vergleich mit anderen Filmen aus anderen Jahren braucht “The Irishman” auf keinen Fall zu scheuen.